Vorab möchte ich mich entschuldigen, das ich mich lange nicht gemeldet habe, Weihnachten liegt vor der Tür, und ob man ein oder vier Kinder
hat, man hat viel zu tun.
Aber nun gleich aktuelles zum Fußball, wieder aus der besten Fußballzeitung: Kicker
FC Schalke: Team solidarisiert sich mit Krstajic und Rakitic
Wenn Strafaktionen stark machen
Auf dem Rasen drehten die Schalker nach dem 3:1 gegen Trondheim eine vielumjubelte Ehrenrunde. Auf
den Rängen lagen sich die "königsblauen" Fans in den Armen und in einer speziellen Loge pusteten die suspendierten Mladen Krstajic und Ivan Rakitic kräftig durch und fielen sich dann um
den Hals. "Jetzt haben wir uns alle wieder lieb", sagte Schalkes Manager Andreas Müller nach dem erstmaligen Einzug ins Achtelfinale.
Solidaritäts-Pakt: Die Schalker Rafinha und Bajramovic halten die Trikots der suspendierten Rakitic und
Krstajic hoch.
Ehe es soweit kommen konnte, hatten die Schalker allerdings einiges zu überstehen. Weniger auf dem Rasen,
denn dort hatten die "Knappen" nach der schnellen 2:0-Führung durch Gerald Asamoah (12.) und Rafinha (19.) fast alles im Griff. Nur nach Heiko Westermanns Patzer - der Linksverteidiger sprang
unter eine Flanke durch und ermöglichte so Kones zwischenzeitlichen Anschlusstreffer (23.) - wankte die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka für 13 Minuten. Dann machte Kevin Kuranyi das
entscheidende 3:1 (36.).
Vielmehr waren die Verantwortlichen zuvor damit beschäftigt, die Suspendierung von Krstajic und Rakitic wegen
eines Wochenend-Ausflugs in eine Duisburger Disco zu erklären, zu rechtfertigen und möglichst kleinzuhalten. Insofern war Slomka etwas überrascht, aber nicht irritiert, dass sich die spielenden
Kollegen nach dem Sieg mit dem "Tänzer-Duo" solidarisierten. "Dass da vielleicht irgendwas gegen mich produziert wurde, glaube ich in keinster Weise", so Slomka, als Bordon & Co. demonstrativ
die Trikots der Suspendierten über den Rasen der Arena trugen. "Die Geste war eindeutig. Die Mannschaft wollte zeigen: Ihr gehört zu uns." Auch Manager Andreas Müller, der die Bestrafung
mitentschieden hatte, sprach von einer "geilen Aktion", die zeige, "dass die Jungs füreinander da sind".
Den beiden zuvor bestraften Schalker Profis fielen freilich ganze Bergwerke von den Herzen, als der für das
Achtelfinale notwendige Sieg eingetütet war. Nicht auszudenken, was nun auf Schalke los gewesen wäre, wenn dieses Ziel durch ein Remis verpasst worden wäre. "Wir haben uns vor dem Spiel bei den
Teamkollegen entschuldigt. Ich kann mich nur bei der Mannschaft bedanken, dass sie gewonnen hat", meinte Rakitic und Kristajic ergänzte: "Die Trikotaktion hat gezeigt, dass wir alle
zusammengehören, Vorstand, Trainer und die Mannschaft bis zum jüngsten Spieler."
Spielbericht
Bei so viel zur Schau getragener Harmonie und Glückseligkeit wollten alle Beteiligten die "Dummheit" (Slomka)
des Disco-Trios, zu dem auch der ohnehin gesperrte Jermaine Jones gehörte, schnell vergessen. Es werde noch eine vereinsinterne Geldstrafe geben, sagte Slomka und fügte mit Blick auf den
feucht-fröhlichen und lautstarken Ausflug an: "Sie werden sich was einfallen lassen, vielleicht singen sie ja zusammen." Am Samstag in der Bundesliga gegen den 1. FC Nürnberg, deutete Müller an,
werden alle wieder zum Kader gehören.
Dass der größte Erfolg der Vereinsgeschichte seit dem UEFA-Cup-Triumph 1997 ausgerechnet unter diesen
außergewöhnlichen Umständen gelang, stimmte nur Kapitän Marcelo Bordon ein wenig nachdenklich. "Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir den Druck brauchen", meinte der Brasilianer: "Immer, wenn
wir besonderen Druck haben, spielen wir gut."
"Angesichts der Vorfälle am Wochenende ist es wohl ein bisschen früh zu sagen, die Mannschaft darf jetzt
das ein oder andere Bier trinken."
Manager Andreas Müller
Dass beim Bundesliga-Siebten trotz des Ausblicks auf einen Champions-League-Knaller im 100. Europapokalspiel
gegen Teams wie Real Madrid, den FC Barcelona, Titelverteidiger AC Mailand oder Manchester United die Disco-Affäre noch ein wenig nachwirkte, belegen Müllers Abschlussworte nach einem
denkwürdigen Abend: "Angesichts der Vorfälle am Wochenende ist es wohl ein bisschen früh zu sagen, die Mannschaft darf jetzt das ein oder andere Bier trinken."
Hier noch etwas von meinem Lieblingsverein. Ich war enttäuscht , sie können es besser !
Spielinfos:
Anstoß: 07.12.2007 18:00
Stadion: Erzgebirgsstadion
Zuschauer: 7500
Schiedsrichter: Fischer (Hemer),
Note 2 - sicherer Leiter, stets auf Ballhöhe, wenige Fehler.
Spieler des Spiels:
Mavric, Matej
gewann in der Innenverteidigung fast alle Zweikämpfe und überzeugte auch im Spielaufbau.
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Niveauarmes Spiel im Erzgebirgsstadion
Djokaj lässt Aue zittern
In einer über weite Strecken trostlosen Begegnung trennten sich Aue und Koblenz mit einem insgesamt
leistungsgerechten 0:0. Koblenz hatte zunächst mehr vom Spiel, zeigte sich dann aber gegen bemühte, aber wenig entschlossene Erzgebirger viel zu passiv. Aue bleibt zwar im fünften Heimspiel in
Folge ungeschlagen (2/3/0), der Punkt hilft im Abstiegskampf aber nur bedingt weiter. Koblenz dagegen hält Abstand zu den hinteren Rängen.
Kraftvoll, aber wenig effektiv: Aues Thomas Paulus (re.) im Kofballduell gegen TuS-Akteur Goran
Sukalo.
Aue-Trainer Gerd Schädlich reagierte auf die blamable 1:2-Niederlage in Jena und änderte sein Team auf drei Positionen: Für den Gelb-gesperrten Kos agierte Paulus in der Innenverteidigung, Kurth ersetzte Trehkopf. Dafür rückte Liebers in die
Abwehrkette, Kurth spielte im Mittelfeld. Offensivkraft Sykora wurde auf die Tribüne verbannt und von Kaufman vertreten. Drei Umstellungen nahm auch Uwe Rapolder bei der TuS nach dem
2:2 gegen Hoffenheim vor: Forkel konnte spielen und verdrängte Evers auf der rechten Abwehrseite, Mavric verteidigte für Grenier und Cha sollte für Pektürk in der Offensive Akzente
setzen.
Akzente setzte erst einmal nach einer Ansprache von Aue-Präsident Uwe Leonhardt an die Erzgebirge-Fans keines
der beiden Teams. Nach abwartendem Beginn fand Koblenz gegen den nervösen Gastgeber besser ins Spiel, erarbeitete sich leichte Vorteile und auch erste Möglichkeiten. Zweimal war Cha nach einem
Flankenball zur Stelle, brachte die Kugel aber nicht im Erzgebirge-Gehäuse unter (9.,11.). Koblenz verschob geschickt und hatte auf dem tiefen Geläuf durch bedachten Spielaufbau mehr von der
Partie.
So dauerte es bis zur 19. Minute, ehe sich Aue erstmals zu Wort meldete. Eine Standardsituation verhalf der
Heimelf zu einer Möglichkeit - und die hatte es in sich. Nach einer Freistoßflanke hob Curri den Ball in die Mitte, den Kopfball von Paulus aus kurzer Distanz lenkte Eilhoff mit einer Glanzparade
über die Querlatte. Als nur kurz später Feldhahn im Strafraum schnell reagierte, aber über das Tor schoss, schien Aue endgültig aufgewacht zu sein. Allerdings schleppte sich das Spiel in der
Folge dahin, die meisten Aktionen wirkten überhastet und die Höhepunkte blieben aus.
Der 16. Spieltag
In der 35. Minute sorgte eine gelungene Kombination über mehrere Stationen dafür, dass Klinka alleine vor
Eilhoff auftauchte, der TuS-Keeper blieb aber Sieger im Duell mit dem Erzgebirge-Stürmer. Nach dem einzigen Fußball-Leckerbissen in dem von Magerkost geprägten ersten Durchgang ließ Emmerich vor
der Pause eine Chance für Aue noch ungenutzt, so dass es letztlich mit einem torlosen Remis in die Kabinen ging.
Wer sich in der zweiten Hälfte mehr erwartet hatte, sah sich getäuscht. Koblenz tat nicht mehr als nötig und
den eifrigen Auern fehlte die Präzision und vor allem die Entschlossenheit im Spiel nach vorne. So ergab sich ein niveauarmes, kampfbetontes Mittelfeldgeplänkel, immer wieder unterbrochen durch
von Aues Kurth getretene Eckbälle oder Freistöße - aber auch die blieben ohne Wirkung.
Trainer Gerd Schädlich reagierte in der 72. Minute und brachte mit Geißler und Hampf zwei frische Kräfte,
fast wäre der Schuss aber nach hinten losgegangen. Den Schlenzer von Djokaj, der Torwart Keller umspielt hatte, köpfte Paulus von der Linie (73.). Aue probierte in der Schlussphase alles, blieb
in seinen Mitteln aber begrenzt. In der Nachspielzeit hatte die Heimelf dann Glück, als erst Djokaj den Ball an den Pfosten donnerte, und dann Lomic aus kurzer Distanz knapp
vorbeiköpfte.
Aue muss nach dem torlosen Remis am Sonntag in einer Woche bei 1860 München seine Auswärtsschwäche ablegen,
um bestehen zu können. Koblenz ist bereits wieder am Freitag gefordert, Aachen gibt seine Visitenkarte bei der TuS ab.